Kosten & Modelle

Personalvermittlung Gastronomie: Kosten, Provision, Alternativen

Stand: 7. August 2026 · Florian Griebel · Lesezeit 7 Minuten

Die Preisfrage wird in der Gastronomie meist zu spät gestellt – nämlich dann, wenn die Stelle schon ein Quartal offen ist. Dieser Beitrag legt die gängigen Modelle nebeneinander, samt der Klauseln, die den Preis im Nachhinein verändern.

Inhalt
  1. Die vier Abrechnungsmodelle
  2. Was das konkret kostet
  3. Die Klauseln, auf die es ankommt
  4. Alternativen im Vergleich
  5. Sieben Fragen vor der Unterschrift

Die vier Abrechnungsmodelle

Erfolgsprovision. Das häufigste Modell. Sie zahlen erst, wenn eingestellt wird, üblicherweise 20 bis 30 Prozent des Jahresbruttogehalts. Für den Betrieb ist das risikoarm im Vorfeld – und teuer im Erfolgsfall. Der Vermittler trägt das Suchrisiko und priorisiert entsprechend: Stellen, die schwer zu besetzen sind, rutschen im Zweifel nach hinten.

Retainer. Ein Teil des Honorars wird bei Auftragserteilung fällig, der Rest bei Besetzung. Üblich bei Leitungspositionen. Vorteil: Ihre Suche wird tatsächlich bearbeitet. Nachteil: Sie zahlen auch, wenn nichts kommt.

Zeitarbeit / Arbeitnehmerüberlassung. Kein Vermittlungshonorar, dafür ein laufender Stundensatz deutlich über Ihrem internen Lohnniveau. Rechnet sich als Überbrückung für Wochen, nicht als Dauerlösung für Monate. Wer ein Jahr überbrückt, zahlt oft mehr als jede Vermittlungsprovision – nur in kleinen Scheiben, was es erträglicher wirken lässt.

Systematische Eigenbesetzung mit externer Unterstützung. Nicht der Kandidat wird eingekauft, sondern der Prozess: Zielgruppenanalyse, aktive Ansprache, Vorqualifizierung, Übergabe an den Betrieb. Der Preis hängt am Aufwand, nicht am Gehalt des Kandidaten – was bei gut bezahlten Stellen den Unterschied macht. Genau so arbeitet die Gastro.Talent.Methode.

Was das konkret kostet

Drei Stellen, jeweils Erfolgsprovision, gerechnet auf das Jahresbruttogehalt:

StelleMonatsbruttoJahresbrutto20 %30 %
Koch / Köchin2.882 €34.584 €6.917 €10.375 €
Küchenchef3.706 €44.472 €8.894 €13.342 €
Hoteldirektion4.800 €57.600 €11.520 €17.280 €

Der Prozentsatz koppelt den Preis an das Gehalt – nicht an den Aufwand. Ein Küchenchef ist nicht deshalb schwerer zu finden, weil er mehr verdient. Bei hoch dotierten Stellen wird dieses Modell für den Betrieb systematisch ungünstig.

Vergleichsmaßstab nicht vergessen Eine Kochstelle, die drei Monate offen steht, kostet nach unserer Modellrechnung rund 14.240 Euro. Die Provision ist also nicht mit null zu vergleichen, sondern mit dem, was Weiterwarten kostet. Zur vollständigen Rechnung →

Die Klauseln, auf die es ankommt

Alternativen im Vergleich

WegKostenTempoPasst, wenn …
Eigene StellenanzeigeniedriglangsamIhre Arbeitgebermarke bereits zieht
Jobbörsenmittelmitteldie Position häufig gesucht wird
PersonalvermittlunghochmittelSie den Prozess vollständig abgeben wollen
Zeitarbeitlaufend hochschnellSie Wochen überbrücken, nicht besetzen
Aktive Ansprache mit VorqualifizierungmittelschnellSie auch Kandidaten erreichen wollen, die nicht suchen

Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Preis, sondern in der Reichweite: Stellenanzeigen und Jobbörsen erreichen ausschließlich Menschen, die gerade aktiv suchen. Das ist in der Gastronomie ein kleiner Teil der qualifizierten Fachkräfte. Der größere Teil ist in einem Job, unzufrieden genug für einen Wechsel, aber nicht auf Jobsuche. Diese Gruppe erreichen Sie nur durch aktive Ansprache.

Sieben Fragen vor der Unterschrift

  1. Wie viele Stellen dieser Art haben Sie in den letzten zwölf Monaten besetzt?
  2. Wie lange dauert es bis zur ersten vorqualifizierten Bewerbung?
  3. Was genau heißt „vorqualifiziert" – welche Prüfschritte laufen vorher?
  4. Wie viele Kandidaten bekomme ich, und wie viele davon sind realistisch geeignet?
  5. Was passiert, wenn der Kandidat in der Probezeit kündigt?
  6. Wer ist mein Ansprechpartner, und wie schnell ist er erreichbar?
  7. Woran messen wir gemeinsam, ob die Zusammenarbeit funktioniert hat?

Wer auf Frage zwei und fünf ausweicht, verkauft Ihnen Aufwand statt Ergebnis.

Häufige Fragen

Was kostet eine Personalvermittlung in der Gastronomie?
Marktüblich sind 20 bis 30 Prozent des Jahresbruttogehalts der besetzten Stelle. Bei einem Koch mit 2.882 Euro Monatsbrutto entspricht das 6.917 bis 10.375 Euro. Bei Leitungsstellen liegen die Sätze oft am oberen Rand, weil der Suchaufwand höher ist.
Wird die Provision auch fällig, wenn der Kandidat wieder kündigt?
Das hängt allein vom Vertrag ab. Üblich sind Nachbesetzungsklauseln mit einer Frist von drei bis sechs Monaten: Kündigt der Kandidat in dieser Zeit, sucht der Vermittler kostenlos Ersatz. Eine Rückzahlung des Honorars ist deutlich seltener. Vor Unterschrift lesen, nicht danach.
Was ist der Unterschied zwischen Personalvermittlung und Zeitarbeit?
Bei der Vermittlung stellen Sie den Kandidaten selbst an und zahlen einmalig eine Provision. Bei Zeitarbeit bleibt die Person beim Verleiher angestellt, Sie zahlen einen laufenden Stundensatz, der deutlich über dem eigenen Lohnniveau liegt. Zeitarbeit überbrückt, Vermittlung besetzt.
Lohnt sich eine Personalvermittlung überhaupt?
Die Frage lässt sich nur gegen die Vakanzkosten beantworten. Eine Kochstelle kostet nach drei Monaten Leerstand rund 14.240 Euro. Liegt die Provision darunter und verkürzt sie die Vakanz spürbar, rechnet sie sich. Entscheidend sind Geschwindigkeit und Trefferquote, nicht der Prozentsatz allein.

Ihre Stelle konkret durchrechnen

Im kostenlosen 20-Minuten-Gespräch schauen wir uns Ihre offene Stelle an: Was sie Sie aktuell kostet, wie schnell sie realistisch besetzbar ist und was dafür nötig ist.

Kostenloses Erstgespräch buchen →

Weiterlesen: Was kostet eine unbesetzte Stelle? · Koch einstellen: So finden Gastronomen heute qualifizierte Köche